Vom Klima- zum Reclaim The Fields Camp

Bereits seit Freitag dem 23. August findet in Manheim bei Köln das dritte Klimacamp statt. Der Start des Klimacamps wurde durch Auflagen der Versammlungsbehörden eingeschränkt, die das Campen bei der Versammlung verbot. Obwohl das Camp nun schon zum dritten mal stattfindet konnte dieses Verbot auch durch eine Klage, die auf die Aussetzung der Auflagen bis zu einer gerichtlichen Klärung, aussetzt, verhindert werden.

 

Dieser Konflikt zwang das Klimacamp auf eine private Nachbarwiese um zu ziehen. Am geplanten Veranstaltungsort konnte lediglich ein Infozelt und ein Technikzelt stehen bleiben. Selbst die Workshopzelte mussten abgebaut werden obwohl diese nicht als Schlafmöglichkeiten geplant waren.

Als Reaktion auf die Gängelung durch die Behörden wurde am Samstag ein leerstehendes Gebäude in Manheim besetzt um sich mehr Platz für das Klimacamp anzueignen. In dem besetzten Gebäude, das sich rund 500 m vom Camp entfernt steht, sollen Workshops und Vorträge stattfinden. Außerdem wird mit der Besetzung auf das Schicksal des Dorfes Manheim aufmerksam gemacht. Obwohl noch nicht alle Genehmigungen für das Abbaggern des Dorfes erteilt wurden beginnt bereits die Umsiedlung. Nach den Plänen von RWE soll das Dorf bei der Erweiterung des Tagebaus 2017 abgebaggert werden.

Auch die AktivistInnen der Reclaim Power Tour stießen am Samstag zum Klimacamp und solidarisierten sich mit der Besetzung. 

 

Mittlerweile steigt RWE mit Propagandamaterial in die Deutungshoheit rund um Europas größte CO² Quelle ein. In ihrem "Nachbarschaftsmagazin" mit dem Titel "Dialog braucht Respekt" wird der Anti-Kohle-Protest mit dreisten Lügen diffamiert, während der Konzern sich selbst zum Vorreiter der Energiewende stilisiert. Das Klimacamp hat die Spaltungsstrategie von RWE in gute und böse Protestierenden erkannt und versichert in einer ersten Stellungnahme, dass "die systematische Hetze gegen unerwünschten Protest [..] schon jetzt zu einer Stärkung des Zusammenhaltes auf dem Klimacamp geführt" hat.

Am Dienstag waren bereits mehr als 300 AktivistInnen auf dem Klimacamp.